Geschlossene Schwimmbäder, eine steigende Zahl an Nichtschwimmern und Badetoten:
Im Sommer 2025 gab es beim Schwimmen viele schlechte Nachrichten. In der
Landeshauptstadt München ist die Lage anders – die Stadt ist europaweit der größte
Schulschwimmanbieter. Ein Besuch bei Kinder-Schwimmtrainer und Olympiamedaillen-
Gewinner Christian Tröger im neuerdings städtischen Versicherungskammer-Bad – kurz:
VKB-Bad –im Lehel.
Am schönsten seien die leuchtenden Augen der Kinder, sagt Christian Tröger. Der
dreimalige Olympia-Bronzemedaillengewinner und zweimalige Weltmeister steht am
Beckenrand des VKB-Bades und blickt aufs Wasser, in dem gerade eine Kindergruppe
tobt. „Für Kinder ist Schwimmenlernen ein Wow-Erlebnis, sie sind hinterher glücklich. Das
ist wunderbar.“
Mit seiner Schwimmschule Aquatics finanziert von der Dr. Ludwig-Koch-Stiftung ist er mit
einer Kindergartengruppe einer städtischen Kindertageseinrichtung aktuell jeden
Donnerstag hier im VKB-Bad, um den Kindern Schwimmen beizubringen. Oder zumindest
den Grundstein dafür zu legen. „Richtig Schwimmen kann man erst mit dem
Schwimmabzeichen in Bronze“, sagt Tröger. Dafür muss man unter anderem 200 Meter im
Becken zurücklegen und ca. 2 Meter tief tauchen. All das schaffen die Kindergartenkinder
nach dem Ende ihres Kurses mit 10 Einheiten à 45 Minuten nicht. Aber dennoch: Der
Anfang ist dann gemacht, die Kinder sind ans Wasser gewöhnt, haben Spaß an der
Bewegung im kühlen Nass. „Der Dr. Ludwig-Koch-Stiftung ist viel daran gelegen, dass
Münchner Kinder schon möglichst früh mit dem Element Wasser in Berührung kommen,
daher finanzieren wir auch gerne die Kurse von Herrn Tröger“, sagt Arno Hartung,
Geschäftsführer Dr-Ludwig-Koch-Stiftung.
Dass der Schwimmkurs überhaupt stattfinden kann, ist neben der Finanzierung durch die
Dr. Ludwig-Koch-Stiftung auch der Landeshauptstadt München und dem bayerischen
Regionalversicherer, die Versicherungskammer Bayern (VKB), zu verdanken, die die
Infrastruktur zur Verfügung stellt. Das 40 Jahre alte Schwimmbad mit 25-Meter-Becken,
das versteckt direkt neben dem Staatlichen Wilhelmsgymnasium liegt, gehört dem
Münchner Traditionsversicherer.
VKB-Schwimmhalle ist essenziell fürs Schulschwimmen
Für die Landeshauptstadt München ist die Schwimmhalle jedoch von essenzieller
Bedeutung, da hier rund 750 Kinder von fünf innerstädtischen Schulen zum
Schwimmunterricht gehen – für die gibt es keine Alternative. „Wir sind sehr froh, dass wir
uns mit der Versicherungskammer Bayern verständigen konnten, dass die
Landeshauptstadt München das Bad übernimmt, und die Versicherungskammer im
Gegenzug dafür Belegzeiten in einer Giesinger Schwimmhalle erhält. So können wir
Schwimmunterricht für viele Münchner Kinder in der Innenstadt weiterhin sicherstellen“,
sagt Christof Reithinger, Koordinator Schulsport im Referat für Bildung und Sport der
Landeshauptstadt München.
„Als langjähriger Partner der DLRG ist es uns als Versicherungskammer Bayern, ein
besonderes Anliegen das Schwimmen lernen in München zu fördern. Die Überlassung
unserer Schwimmhalle an die Landeshauptstadt trägt dazu bei, dass weiterhin viele Kinder
sichere Bedingungen zum Schwimmen lernen vorfinden. Damit leisten wir gemeinsam
einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit unserer jüngsten Bürgerinnen und Bürger“, so
Prof. Dr. Frank Walthes, Vorstandsvorsitzender der Versicherungskammer Bayern.
Von einem „Juwel im Lehel“ spricht auch Olympia-Medaillengewinner Christian Tröger.
„Wir haben hier in der Stadt eine Luxus-Situation: In anderen Kommunen werden
Schwimmbäder geschlossen, hier gibt es sehr viele Schwimmstätten und damit auch
Möglichkeiten, Schwimmen zu lernen.“ So ist es kein Zufall, dass die Landeshauptstadt
München europaweit der größte Schulschwimmanbieter ist: In mehr als 50
Schwimmbädern finden in der Stadt wöchentlich rund 3400 Schwimm-Stunden für etwa
40.000 Kinder statt. Zum Vergleich: In Wien sind es beispielsweise lediglich 5000 Kinder
pro Schuljahr. Der Erfolg, sagt Schulschwimm-Koordinator Christof Reithinger, gibt der
Landeshauptstadt München mit ihren Anstrengungen Recht: Wer in München in die
Schule geht, lernt ziemlich sicher bis zum Ende der 4. Klasse Schwimmen.
Dass Schwimmenlernen lebensnotwendig ist, steht außer Frage: Bis zum Ende der
Ferienzeit kamen in Deutschland nach Angaben der DLRG 321 Menschen in Gewässern
ums Leben, darunter viele Menschen, die praktisch gar nicht schwimmen konnten. Die
Landeshauptstadt München tut alles dafür, dass darunter keine Menschen sind, die hier
aufgewachsen sind. Das nun städtische Schwimmbad der Versicherungskammer Bayern
trägt seinen Teil dazu bei, ebenso wie die Schwimmkurse von Christian Tröger und seinem
Team. An denen werden Kinder städtischer Kindergärten auch weiterhin teilnehmen
können: Im Oktober 2025 hat der Stadtrat der Landeshauptstadt München eine neuerliche
Spende der Dr. Ludwig-Koch-Stiftung über 25.000 Euro bewilligt. Damit ist die Bahn frei für
die Weiterführung des Projekts, dann im Schwimmbad an der Osterwaldstraße.
Leuchtende Kinderaugen sind da jetzt schon garantiert.
Herausgeberin: Landeshauptstadt München, Referat für Bildung und Sport, Presse und Kommunikation
Telefon: (089) 233 - 83527, Telefax: (089) 233 - 83533, E-Mail: